Umzingelung in Biblis

Es war ein langer Web, bis die Abschaltung der Atomkraftwerke in Deutschland beschlossen wurde. Hieran haben deutlich mehr Personen mitgewirkt, als im Allgemeinen vermutet wird. Immerhin haben sich Gegener der Atomkraft über Jahrzehnte hinweg für die Abschaltung stark gemacht. Fortlaufend wurden Informationen über die Risiken der Atomkraft in Umlauf gebracht, um die Menschen zum Umdenken anzuregen. Außerdem gab es unzählige Protestaktionen.

 

Einen der größten Proteste gab es 2010, als das Atomkraftwerk Biblis im Rahmen einer friedlichen Aktion umzingelt wurde. Ziel der Aktion war es, so viele Menschen zusammenzubringen, dass sie gemeinsam das gesamte Kraftwerk umzingeln können. Ob dies tatsächlich gelingen wird, konnte im Vorfeld niemand sagen.

Am Ende ist die Aktion erfolgreich verlaufen – sogar äußerst erfolgreich. Immerhin sind bis zu 20.000 Personen erschienen, die am Protest teilgenommen haben. Die Veranstalter vermeldeten diese Zahl, die Schätzungen der Polizei deuteten auf ca. 10.000 Teilnehmer. Doch unabhängig davon, wie viele Personen erschienen sind: Am Ende waren genügend Personen vor Ort präsent, um die Aktion umsetzen zu können. Teilweise standen die Menschen sogar in bis zu drei Reihen, wodurch klar untermauert wurde, wie wichtig der Bevölkerung dieses Thema ist.

 

Natürlich muss rückblickend gesagt werden, dass der Beschluss zum Ausstieg aus der Atomkraft keinesfalls nur auf die Proteste zurückzuführen ist. Das Unglück von Fukushima, das sich gut ein Jahr später ereignete, hat einen enorm großen Einfluss gehabt. Plötzlich kam es in der Politik zu einem Umdenken, wodurch es deutlich leichter fiel, den richtigen Weg einzuschlagen.

 

Allerdings darf die gegenwärtige Situation nicht falsch eingeschätzt werden. Noch sind nicht alle Kraftwerke vom Netz und selbst wenn dieser Fall eintreten wird, so gilt es riesige Altlasten loszuwerden. Die Kraftwerke können nicht einfach geschlossen und dann sich selbst überlassen werden. Es bedarf einer gezielten Entsorgung, aller radioaktiven Bestandteile, was voraussichtlich mehrere Jahrzehnte dauern wird – und dann wäre da noch die Frage der Endlagerung.

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